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Kobito

Was ist Deine Intention Musik zu machen? Warum hast Du damals damit angefangen? Was wolltest Du erreichen?

Anfangs hatte ich wohl keine großen Intentionen außer der, Teil einer Subkultur zu sein und endlich selbst zu machen, was meine Heldinnen und Helden in den Songs auf meinem Discman (!) so machten.
Ich wollte recht schnell Auftritte machen und Leute erreichen mit den Songs, die ich geschrieben hatte, wollte eine Crew bilden und einen Namen haben. Kurz gesagt: Eigentlich sehr HipHop-typischer Anfang, „Alles für den Fame“ hätte man das damals zusammen fassen können.
Heute ist meine Intention eine andere. Ich möchte mich durch Musik ausdrücken und meine Themen und Einstellungen transportieren, für meine Überzeugungen einstehen. Denn Rap ist inzwischen ein zentraler Teil meiner Identität und ist mein absolut wichtigstes Instrument, aus meinem Kopf an die Welt heranzutreten.

Wo holst Du Dir neue Ideen und erneuerst Deine Kreativität? Was ist dein Tank? Hast Du einen Ausgleich, der gar nichts mit Deinem eigentlichen Schaffen zu tun hat?

Ich versuche immer, sehr aufmerksam durch die Welt zu laufen und kein Thema, keine kleine Geschichte, keinen Spruch als Songidee auszuschließen.
Durch diese große Offenheit – die man sicher auch an meiner Musik mit ihrer Sprunghaftigkeit und dem eigentlich fehlenden roten Faden ablesen kann – kann mich potentiell alles inspirieren oder dazu bringen, an einen Song zu gehen. Grundsätzlich schreibe ich einfach viele spontane Einfälle auf oder mache kurze Tonaufnahmen auf dem Handy – das sind oft die besten Ideen.
Als Ausgleich dazu mache ich eine Menge Sport und jogge zum Beispiel viel, weil ich da einfach gut den Kopf frei kriege. Auch Kampfsport ist schon lange ein fester Bestandteil meines Lebens, weil es da eben um eine intensive körperliche Begegnung mit anderen geht und man die Kraft eines Menschen direkt spürt und seine eigene wahrnimmt.

Wer sind Deine Vorbilder bzw was ist Deine Inspiration?

Die Rapkultur bietet nach so vielen Jahren in Blüte eine Menge tolle Menschen, die Beeindruckendes auf die Reihe gekriegt haben und mich inspirieren.
Ich würde da etwa Leute wie Lauryn Hill, Mos Def, Cypress Hill oder auch Nick Cave nennen. In letzter Zeit haben mich die Alben von Frank Ocean sehr inspiriert, weil seine Art zu schreiben einfach völlig interpretationsoffen ist und so viel Spielraum für eigene Gedanken lässt. Aber das ist natürlich eine Liste ohne Ende.

Warum hast Du Dich entschieden in RECOLUTION noch besser auszusehen als bisher? Begreifst Du Dein Outfit als künstlerische Aussage?

Ich finde es einfach gut, den eigenen Konsum bewusst zu reflektieren und die Spielräume zu begreifen. Ich bin nicht konsequent, was das angeht, ich trage also auch „unfaire“ Marken.
Tatsächlich finde ich es aber erfrischend, dass Recolution so modische Klamotten designt, auf der Höhe der Zeit ist und zugleich einen enthischen und ökologischen Anspruch hat. Insofern ist das natürlich ein Statement und führt hoffentlich dazu, dass Recolution als Marke einen Schritt voran kommt.

Was wolltest Du schon immer mal loswerden? Was würdest Du ändern, wenn Du einen Tag die Welt regieren könntest?

In dem Song „Tränen“ sage ich: „Bin ein Weltverbesserer, der nicht weiß, wie das mit dem Verbessern geht / Meine Füße niemals still, weil ich auf der Klinge eines Messer steh“ – das ist gewissermaßen die Antwort auf die Frage.
Ich habe keine Lösung für die Probleme der Welt an der Hand, weil sie alle miteinander verwoben sind und dem Menschen scheinbar auch etwas Böses innewohnt.
Ich glaube aber ernsthaft – und das ist nicht als Phrase gemeint – dass der Kapitalismus und seine grenzenlose Verwertungslogik ein riesen Problem ist.
Alles wird zur Ware: Natur, Tiere, Menschen, Lebenszeit, Kultur, einfach alles. Das führt zu viel Elend und Gier.
Und ehrlich: Wenn ich einen Tag alles regieren könnte: Ich würde alle Privatvermögen ab sagen wir mal großzügig 50 Millionen einkassieren und verteilen an Leute, die nichts haben. Let´s see what happens next ;)

Was ist Dein Beitrag, um die Welt noch besser aussehen zu lassen?

Ich esse aus Überzeugung kein Fleisch, weil ich die industrielle Verwertung von Tieren als Ware einfach widerlich finde ich ich davon kein Teil sein möchte. Ich muss aber sagen, dass ich kein Veganer bin, dafür mag ich Käse einfach zu gern.
Ansonsten versuche ich, meinen Mitmenschen mit Respekt zu begegnen, Barrieren in meinem eigenen Denken herauszufordern und durch einen Dialog zu durchbrechen; Ich versuche, andere Perspektiven zu übernehmen, um Probleme zu verstehen, die mich nicht direkt betreffen und will nebenbei noch ein guter Freund und Bruder für meine Leute sein. Das ist schon eine Menge und doch so wenig.

„Ich finde es einfach gut,
den eigenen Konsum bewusst zu reflektieren und die Spielräume zu begreifen.“

sagt Kobito

 

 

Hoppla, da ist etwas schief gelaufen!

Verstanden!